(ms) Unter dem Motto „Fit für die Nachbarschaftshilfe“ veranstaltete die Leitstelle Älterwerden der Stadt Hennef in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Rhein-Sieg an zwei Tagen einen Kurs zu dem Thema. Denn im Krankheits- oder Pflegefall oder anderen Notsituationen und Krisen des Alltags bieten Nachbarn oft Entlastung an. Dieser kostenfreie Kurs soll dieses Engagement stärken. Acht Interessierte besuchten den Kurs, um ehrenamtlich als Nachbarschaftshelfende für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige fit zu sein. Sie erhielten eine Übersicht, wie die Rahmenbedingungen der Nachbarschaftshilfe inklusive des Abrechnungsverfahrens sind. Daniela Janßen von der Caritaspflegestation Eitorf/Hennef gab eine Übersicht über Grund- und Notfallwissen speziell für die Unterstützung von älteren und pflegebedürftigen Menschen und deren Auswirkungen auf den Alltag. Zusammen übte die Gruppe den Umgang mit Risiken wie Sturzereignisse, Essen und Trinken bei Schluckstörungen und den Umgang mit Hilfsmitteln wie Gehstock, Rollator und Rollstuhl ein. Mit dem Modul „Rolle des Helfenden und Selbstmanagement“ ging es weiter. Die kommunale Pflegeberaterin der Stadt Hennef, Doris Hofmann, erarbeitete mit den Teilnehmenden, was der genaue Auftrag eines Nachbarschaftshelfers ist. Und sie erklärte wie das systemische Umfeld des Nachbarn zu beachten und einzubinden ist. Wahrnehmungsübungen halfen den Teilnehmenden des Kurses, sich selbst zu beobachten und ein Gefühl für die eigenen Grenzen im Bereich von Nähe und Distanz aufzubauen. Zusammen erarbeitete die die Gruppe Methoden der Stressbewältigung.
Annette Küpper, die kommunale Pflegeberaterin aus Königswinter, die in der aufsuchenden Seniorenarbeit unterwegs ist und auch eine Qualifikation im Bereich der Mediation hat, übernahm im Kurs das Modul „Kommunikation“. Nach einem Referat über das Basiswissen von gängigen Kommunikationswissenschaftlern schulte Annette Küpper die persönliche Wahrnehmung durch Kommunikationsübungen in Kleingruppen. Der Umgang mit herausforderndem Verhalten insbesondere bei dementiell veränderten Personen besprach die Referentin mit der Methode der Validation (nach Naoomi Feil) besprochen. Zudem erhielten die Kursteilnehmenden eine Übersicht über die Versorgungsformen bei Pflegebedürftigkeit und die regionalen Unterstützungs- Beratungs- und Entlastungsstrukturen in Hennef. Die Königswinterer Teilnehmer*innen erhielten zusätzliche Informationen aus diesem regionalen Gebiet.
Am Ende der Veranstaltung erhielten die Teilnehmenden das Zertifikat des Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz Region Köln und des südlichen Rheinlands, mit dem sie bei den Pflegekassen als Nachbarschaftshelfende anerkannt werden.





